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HK Audio  PR:O 12  -  Modifikationen
©  Bernhard Bornschein

  Herstellerdaten :
 
Bestückung : 12" Speaker + 1" HT-Treiber
Abstrahlwinkel : HT-Horn: 60° x 40°
Belastbarkeit : 400 Watt RMS
Impedanz : 8 Ohm
Frequenzgang : 68 - 19.000 Hz
Schalldruck : 104 dB - 128 dB max.
Flanschbuchse , M8 Flugpunkte , 2 Griffe
Anschlüsse : Speaker Twist In / Out
schwarzer Strukturlack
Abmessungen 39 x 57 x 36 cm
Gewicht : 18 kg
     Foto : Thomann
 

Analyse und Modifikation
 
Auch bei diesen  schicken  und  wirklich  hochwertigen  Fullrange-Lautsprechern  fällt  nach  und  nach  der  etwas  aufdringliche  Mitten-Frequenzbereich  auf.  Längeres  Hören von  ganz  'normalen'  Rock- und  Jazz  CD's  bei moderater Lautstärke  auf kleineren Veranstaltungen  wird auf  Dauer  etwas lästig, wenn man  hochwertige Lautsprecher-Systeme  gewohnt ist.  Deutlich  klirrende  Resonanzen  und  Verfärbungen  machen den Sound  hart  und  unangenehm.  Andererseits kann man mit einer  konventionellen 'HiFi-Box'  kaum eine Party Beschallen, ohne das  zumindest der übliche  Kalotten-Hochtöner  Schaden nimmt.  Im  Band-Betrieb  geht das  überhaupt nicht, es soll schließlich doch eine  größere Fläche  Beschallt werden.  Das geht ohne Horn-Lautsprecher wegen ihres höheren Wirkungsgrades bei breitem Abstrahlwinkel nicht.  Aus wirtschaftlichen Gründen (der Markt ist hart) sparen die Kaufleute natürlich ein was geht, um einen günstigen Preis am Markt zu erzielen.  Erfahrungsgemäß läßt sich mit ein  paar zusätzlichen, hochwertigen Bauteilen  jedoch noch  einiges an Qualität herausholen, wie sich auch bei  diesem Lautsprecher-System wieder zeigte.
 
. . . schraube ich  die Lautsprecherbox  mal  auseinander . . .
 



Die Filterbaugruppe
  Die  originale  Filter-Baugruppe  mit  Überlastungsschutz für das Horn ist sehr solide  mit  hochwertigen Bauteilen  aufgebaut.  Das ist alles bestens und bleibt auch so. Es fehlt halt wieder die Entzerrung der Lautsprecher-Chassis, welche bei  hochwertigen HiFi-Lautsprechern eigentlich immer vorhanden ist.  Bei PA-Lautsprechern spart man sich diesen Luxus gern.  Da ich auf dieses 'Fein-Tuning' zwecks  Sound-Verbesserung  nicht  verzichten  möchte, rüste ich auch  diese Lautsprecher  entsprechend nach.



Als erstes wird wieder der 12" Tieftöner gemessen und der Entzerrer, der den Impedanzanstieg der Schwingspule zu höheren Frequenzen hin kompensieren soll, dimensioniert.  Diesen Luxus leisten sich die meisten Hersteller von PA-Lautsprechern nicht, weil es grundsätzlich auch ohne geht.
Der Vorteil dieser Entzerrung ist, das die 'Frequenzweiche' eine  konstantere Last  'sieht'  und somit  definierter funktioniert. Die  gewünschte  Filter-Frequenz  und der  Filter-Verlauf  eines  L-C Netzwerkes ergibt sich nur,  wenn die tatsächliche Last auch der berechneten ( hier  8 Ohm ) entspricht.
Man kann die  Wirkung  des  Entzerrers  direkt  Hören , wenn man die Bauteile an einer durch die Bassreflex-Öffnung  herausgeführten Anschlußleitung  anschaltet.  So kann während des  Test-Betriebes der Box  entschieden werden, ob eine  Entzerrung  Punkte bringt oder nicht.
 
Der Impedanzgang des 12" Tiefton-Lautsprecher
27.05.14   Schwarze Kurve : Freiluft-Messung ohne Entzerrer
    Rote Kurve : Mit Entzerrer : 10 Ohm ; 15 uF - Filter-freundlich linearisiert.
     

 
Die beiden Bauteile für den Tiefton-Entzerrer sind wieder direkt am Chassis befestigt - mit Kabelbinder und Heißkleber - denn sie gehören ab jetzt zu diesem Chassis.




Der Impedanzgang des 1" Horn-Lautsprecher
27.05.14   Schwarze Kurve : Nur der Horn-Treiber
    Rote Kurve : Jetzt das komplette Horn
     
Der geringe Impedanz-Anstieg in Richtung  20 kHz  braucht nicht korrigiert zu werden.  Ganz anders verhält es sich mit der Resonanzfrequenz des Hornes. Pauschal gilt, das ein Hochton-Lautsprecher mindestens eine Oktave oberhalb seiner Resonanzfrequenz angekoppelt werden sollte, um den Einfluß der Horn-Resonanz auf den Sound zu minimieren.  Das bedeutet hier ab ca. 3000 Hz.  Damit das  '3000 Hz - Hochpass-Filter'  des Hornes eine relativ  konstante  Last  'sieht', soll der  Resonanzbereich  des  Hornes  linearisiert werden.  Das macht sich immer  günstig  im  Gesamt-Sound  des Lautsprechers  bemerkbar.  Derartige  Resonanzen, also Impedanz /-Änderung /-Sprünge  welche  im  Sperrbereich des Hochpassfilters  für 'Unruhe' sorgen,  sind  für  Sound-Verfärbungen  verantwortlich.


Es wird mit den Thiele/Small-Werten der Hochton-Treiber-Messung ein Resonanz-Entzerrer (für Fs=1330 Hz) dimensioniert.

   



   


Die Funktion bzw. die Wirkung des berechneten 'Saugkreises' für 1330 Hz wird mit einer Impedanzmessung überprüft.

   
27.05.14   Schwarze Kurve : Nur der Treiber
    Rote Kurve : Perfekt ! Gut gemessen - Gut gerechnet : Das ist natürlich etwas heftig - bzw. etwas zu niederohmig . . .
     

. . . Es wird doch der  'Standard-Entzerrer'  bestehend aus : R1 und C1  hinzugefügt - und  es  passt.
   


Der Impedanzgang des  HK Audio  Pro-12  Horn-Treiber's
27.05.14   Schwarze Kurve : Nur der Treiber
    Rote Kurve : Nur der Treiber - mit kompletter Entzerrung
       



Der Impedanzgang des  HK Audio  Pro-12  Horn-Komplett
28.05.14   Schwarze Kurve : Das Horn - Solo
    Rote Kurve : Das Horn - mit kompletter Entzerrung
     


So sieht das schon viel besser aus - und es hört sich beim Test-Betrieb schon deutlich besser an.


Der Aufbau des Entzerrers für das Horn.
 
Für diesen Zweck - die Resonanz-Energie zu kompensieren -, eignet sich eine Spule mit Eisenkern gut, weil sie kleiner und kostengünstiger ist.  Ansonsten bevorzuge ich Luftspulen in Lautsprecher-Filterschaltungen, weil  Klirr-Verzerrungen, welche durch das Eisen entstehen, entfallen.  Eine Luftspule mit immerhin   1,2 mH  benötigt mehr Draht und ist deshalb größer und schwerer.  Der errechnete Widerstand von  0,65 Ohm  (an dem ja die unerwünschte elektrische Energie in Wärme umgewandelt wird) - wird somit bereits durch den DC-Widerstand des Kupferdrahtes gebildet und braucht kein zusätzliches Bauteil sein.
Grundsätzlich werden auch hier nur hochwertige Bauteile verwendet.  MKT-Folienkondensatoren mit 100 V bzw. 160 V, MOX-Widerstände und präzise Spulen.  Die Lautsprecher werden schließlich professionell eingesetzt und müssen schon mal einiges abkönnen.  Hohe Dauer-Pegel und Spannungsspitzen sind im Live-Einsatz immer angesagt.  Billigere Elektrolyt-Kondensatoren sind keine zuverlässigen Bauteile in Lautsprecher-Filterschaltungen, weil sie nicht so Spannungsfest sind und mit den Jahren austrocknen. Dadurch verändern sie ihren Wert.  Die verwendeten hochwertigen Bauteile werden z.B. von der Fa. Intertechnik vertrieben.
 
Die Entzerrer-Baugruppe wird oberhalb des Hornes montiert und direkt an die Hornanschlüsse angelötet. 




Mittlerweile sind die modifizierten  PR:O 12  Lautsprecher  in Kombination mit den  Sub-Woofern  PR:O 18  schon wieder ein paar Jahre in Betrieb - und sind eine absolut gute Wahl.


 
 
 
Stand : 09.11.14, 04.05.17

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