Kopfhörer-Verstärker_PCL86

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Kopfhörer-Verstärker  mit  PCL 86

Verschiedene  Versionen,  von mit  Elektronen-Röhren  aufgebauten  Kopfhörer-Verstärkern, habe  ich schon auf den einschlägigen  'Röhren-Seiten'  im  Netz  gesehen,  bisher  jedoch  keinen  selbst  aufgebaut.  Eines Tages habe ich  diesen  interessanten Aufbau  in eBay entdeckt und konnte  nicht anders, als ihn zu ersteigern.

Die 'Verdrahtung' auf Lötinseln aufzubauen ist eine gute Idee und bestens geeignet um Schaltungs-Optimierungen durchzuführen. Auf einer Platine ist das immer ungünstig.

Einige Details werden jedoch geändert. Zum einen wurde der rechte Röhrensockel frei geschaltet und um 180° gedreht eingebaut, damit bei beiden Röhren das Trioden-System vorn ist. Ein rein optisches Detail.

Die wesentlichste Änderung betrifft  jedoch die Gegenkopplungs-Schaltung.

Schon bei ersten Messungen mit einem  1  kHz  Sinus- und Rechteck-Signal  fiel der Verstärker unangenehm auf , weil ab einem bestimmten Pegel deutliche Signal-Verzerrungen auftraten. Nach dem Auftrennen der Gegenkopplung verschwand dies.   

Gegenkopplung bedeutet, das ein  Teil  des Ausgangssignals  einer Verstärker-Stufe  gegenphasig  in eine  davor  liegende  Stufe  eingespeist  wird. Bei diesem hier  vom Ausgang  zur  Kathode des Trioden-Systems  der ECL 86. Das muß  wohl  dosiert  geschehen. Außer dem Widerstand R4 muß hier noch C5 eingesetzt werden, da die Masseverbindung über R13  am Ausgang  die Kathoden-Beschaltung der Triode beeinflussen würde. Durch das  RC-Glied  wird die Gegenkopplung  nun  allerdings  auch Frequenzabhängig. Gegenkopplungen benutzt man, weil Verstärker dadurch  stabiler Arbeiten und  ein geringerer Klirrfaktor ereicht wird. Die Durchgangs-Verstärkung wird dadurch allerdings herabgesetzt, weshalb man manchmal eine Stufe mehr einplanen muß.   

 


Die originale Schaltung der  eisenlosen Ausgangsstufe mit ECL 86 nach Gerhard Haas.

Die Schaltung stammt aus dem Buch : 'HiFi mit Röhren'  von  Gerhard Haas  und realisiert eine relativ niederohrige 'eisenlose' NF-Endstufe (kein Ausgangs-Trafo), welche als  sog. 'Leitungs-Treiber' - 'Line-Out-Schaltung' verwendet wird.  Röhrenstufen sind  prinzipiell  hochohmiger als Transistorstufen  und lassen deshalb  nur kurze Verbindungs-Leitungen  zu  nachfolgenden  Stufen oder Geräten zu.

Mit dem bei Röhren-Leistungs-Endstufen  sonst  erforderlichen Ausgangs-Übertager, wird zum einen der Andodenwiderstand (Arbeitswiderstand) einer Röhre realisiert ,  zum anderen wird die höhere  Impedanz  einer Elektronen-Röhre  (Innen-Widerstand - bei einer PCL86  ca. 5 kOhm) - an die niederohmige  Impedanz eines Lautsprechers (üblich : 4 - 8 - 16 Ohm) herunter transformiert, sodaß eine bestmögliche  'Leistung-Anpassung' erreicht wird. Mit dieser Schaltungsvariante wir dein Innenwiderstand von ca. 560 Ohm erreicht, sodas  ein  600 Ohm Kopfhörer  super angepasst wäre. 

Die Schaltung  wurde an einem Lastwiderstand  von 280 Ohm  (2 mal 560 Ohm Parallel)  optimiert, was nahezu der Impedanz  meines   offenen Kopfhörers  DT-550  der Fa.  Beyerdynamic ®  (250 Ohm) entspricht, welcher ja verwendet werden soll. Mein geschlossener Kopfhörer  DT 770  ebenfalls von der Fa. Beyerdynamic  mit  nur  80 Ohm  Impedanz  belastet die End-Penthode zwar stärker, bereitet dem Verstärker jedoch keine Schwierigkeiten. Es treten keine Verzerrungen auf. Ein  600 Ohm - Hörer wäre am optimalsten angepasst.     

Die  Devise lautet : 'Ein Verstärker ist  nur so gut  wie  seine Stromversorgung'.  Mit einem Kopfhörer hört man natürlich  das  Rauschen und Brummen eines Verstärkers viel deutlicher als beim Betrieb mit Lautsprechern. Deshalb muß man besonders auf einen zentralen Massepunkt und gute Siebung achten.  Eine zusätzliche Drossel verbesserte den Brummabstand weiter, passt jedoch nachträglich nicht in's Gehäuse. Durch die Symmetrierung der Heizleitungen gegen Masse, sowie deren Verlegung und Verdrahtung konnten ebenfalls noch Verbesserung erzielt werden. 

Bernhard Bornschein , Berlin